Das kann ich mir jetzt auch nicht erklären

10 Sekunden-Gedanken No. 14

Das kann ich mir jetzt auch nicht erklären

Wie häufig habe ich mich diesen Satz schon selbst sagen gehört. Und nie habe ich ihn so gemeint. Natürlich musste das passieren. Handeln und Konsequenzen des Handelns. Eigentlich also nicht so unerwartet. Natürlich geht es um Besitzansprüche, wenn ich meine Soldaten in ein anderes Gebiet schicke - gerade, wenn ich die Soldaten nicht als meine eigenen auszeichne. Natürlich hat das Konsequenzen und natürlich habe ich auch das eingeplant. Warum das Ganze also abstreiten? Immer, wenn jemand sagt: das kann ich mir jetzt auch nicht erklären, schindet das Zeit, um die Erklärung für die Konsequenzen des Handelns noch einmal zu überdenken. Anpassen zu können. Erst einmal Reaktionen abwarten zu können. Das Unschuldslamm zu spielen. Andere sagen dann: Nun, das musste doch so kommen. Hättest du dir das nicht denken können? Natürlich. Aber wie ausgefeilt mein Plan war, bleibt erst einmal offen. Da ich es mir selbst nicht erklären kann. Also: offiziell. Ein großes HUPS. Und wenn sich die Wogen ein wenig geglättet haben und ich genug Zeit hatte, die Konsequenzen meines Handelns zu überdenken, sag ich vielleicht irgendwann: Na klar, das war die Idee des Ganzen. So wie Putin. Warum der das gerade jetzt macht? Das kann ich mir jetzt auch nicht erklären.