The Transnational Vol. 3

 

Vorwort (for English version please scroll down)

 

Es ist noch nicht allzu lange her, da haben die Menschen auf diesem Planeten noch ohne den Verbund von Rechnernetzwerken gelebt. Seit der Erschaffung und Weiterentwicklung der Vernetzung von autonomen Systemen in Form des Internets hat sich die Menschheit so radikal schnell verändert, wie noch nie im Laufe der Geschichte. Heute wissen wir Dinge, von denen die Generation unserer Eltern nicht einmal zu träumen gewagt hat. Wir leben in hashtag-Twittergesellschaften, in denen Menschen Informationen nicht nur in Sekunden übermitteln, sondern auch weltweit verbreiten können. Ich erwische mich häufig dabei, wie ich wehmütig an die Zeiten zurückdenke, als man noch vermehrt Briefe anstatt emails geschrieben hat und zu seinen Freunden einfach hingefahren ist, anstatt ihnen zu texten. Mit jeder neuen Innovation in Sachen high-technology und social-media-Ausbau, erhöht sich scheinbar auch die Verschlackung der Zwischenmenschlichkeit, die Hand in Hand geht mit dem freiwillig bereitgestellten Raub der Privatsphäre.

 

Der deutsche Soziologe Harald Welzer sieht unsere modernen Gesellschaften nicht nur auf dem Weg in einen neuen Totalitarismus, sondern auch in einen wohl zunächst einmal gewaltlosen aber nichtsdestotrotz schleichenden Wechsel der Herrschaftsform, in dem soziale Plattformen ebenso wie Konzerne wie Google und Co. langsam die Macht übernehmen. Als Totalitarismusforscher weiß Welzer, dass in Diktaturen immer zunächst einmal die Privatheit sowie alles was geheim und verborgen ist abgeschafft wird, um die Menschen längerfristig besser kontrollieren zu können. Google und Co. arbeiten schon seit Jahren an eben dieser Abschaffung des Privaten und kontrollieren auf diese Art und Weise mit unserer Zustimmung bereits mehr als nur die Datenberge im Internet, sondern auch unser privates Leben. Damit ermöglichen wir ihnen, neue Normen und Werte zu schaffen – uns vorzugeben, was normal und angebracht ist, was hip, was uncool, was schön, was hässlich - was erstrebenswert ist und was nicht.

 

In den letzten Wochen und Monaten musste ich meine Sichtweise auf diese neue, digitale Welt dennoch ein wenig relativieren, denn mir ist aufgefallen, dass die Konservierung von Daten im Web (so gefährlich sie auf der einen Seite auch sein mag) einer ganz anderen Entwicklung entgegensteuert – der Zerstörung von Daten. Und nicht nur dieser, sondern auch der Zerstörung unserer Erinnerung – der Auslöschung des geschichtlichen Gedächtnisses. Mit Buchverbrennungen kann man den heutigen selbsternannten Hochkulturen nicht mehr einschüchternd drohen.

 

Im letzten Monat bin ich nach Potsdam gezogen – eine wunderschöne Stadt, die auf eleganteste Art und Weise das achtzehnte mit dem einundzwanzigsten Jahrhundert verbindet. Sie beherbergt ein UNESCO Weltkulturerbe neben dem nächsten. Das fällt einem besonders ins Auge, wenn man jeden Morgen mit dem Fahrrad an der Parkanlagen Sanssouci vorbeiradelt und parallel in den Nachrichten mitverfolgen muss, wie die ISIS an anderen, aber nicht allzu weit entfernten Orten der Welt, das Kulturerbe der Menschheit zerstört. Auch, wenn dieser kulturelle Vandalismus durch nichts beschönigt werden kann, so werden die Bilder der Bauten und Landschaften vergangener Tage so zumindest im Internet auf ewig konserviert bleiben, auch und gerade wenn an ihrem Ursprungsort nur noch Asche und Schutt verblieben sind. Genau aus diesem Grunde hat sich mir die Tage ein ganz neuer, eigentlich schöner Gedanken aufgedrängt: The Transnational wird immer eine kleine Nische in dieser Welt finden: Unsere Worte werden bestehen bleiben. Sie sind resistent gegen die Zerstörung von außen, wie ein Antikörper, denn The Transnational segelt als e-book durch die Meere des Internets.

 

Einige tragen ihn als file auf ihrem Memory Stick mit sich herum oder er steht im digitalen Buchregal, an das keiner mit Hammer und Bagger ran kann. Und selbst wenn sich die Wut der Hacker irgendwann auf die Literatur richten sollte, so kann niemand vermeiden, dass der ein oder andere vielleicht noch seinen unangetasteten Memory Stick oder seinen External Drive irgendwo rumfliegen hat, auf dem The Transnational schlummert, bis ihn wieder jemand entdeckt. Die Worte der Autoren des Transnational sind konserviert. Keine Buchverbrennung, keine ISIS kann ihnen etwas anhaben. Sie sind gemeißelt in die Fugen des World Wide Web und ziehen ihre Wege so lange Menschen ihnen lauschen, sie lesen, teilen und kommentieren.

 

Die Literatur, als eine der ältesten Errungenschaften der Menschheit hat einen Weg gefunden zu überleben. Die Moderne schenkt ihr die Grundlage und ihr schenkt ihr dieses Leben. In dieser Ausgabe vereinen sich 25 Autoren und kommentieren das Leben, geben uns Einblick in ihre Sichtweisen und machen Aufmerksam auf Dinge, die sie bewegen und die vielleicht auch andere bewegen könnten oder sollten. Sie geben uns somit ein Stück Ewigkeit. Wir können diesen Stimmen zustimmen oder gegenargumentieren, eigene Gedanken formulieren oder die bereits bestehenden Gedanken ergänzen – all das, aber wir können sie nicht vernichten; wir können sie nicht dem Erdboden gleich machen. Wir schaffen unser eigenes Kulturerbe aus Worten, Sätzen und Meinungen.

 

Ich danke euch dafür und verbleibe mit den besten Grüßen an alle aus dem wunderschönen Potsdam, eure

 

Sarah Katharina Kayß

Herausgeberin, The Transnational

 

 

 

 

 

 

The Transnational Vol. 2

 

Vorwort Vol. 2|

 

> Ich mag die Welt, so wie sie ist < habe ich meinen Gedichtband benannt, der im August dieses Jahres in München erschienen ist. Wer mag die Welt so, wie sie ist? hatte ich mich damals gefragt und gedacht, dass dieser Satz ironisch genug sei, um darauf hinzuweisen, dass es sich bei dem Inhalt des Buches um kritische Literatur handeln wird. Eine Fehlannahme. In Diskussionen mit Freunden und Bekannten stellte sich heraus, dass der Titel verwirrend ist. Es gäbe schließlich Leute, die die Welt genau so mögen wie sie ist. Das Problem mit dem Buchtitel habe ich gelöst, indem ich ein kontrastives Coverbild gewählt habe – aber die ganze Diskussion über diesen angeblich fehlweisenden Titel hat mir zu denken aufgegeben. Wer mag die Welt, so wie sie ist? Im Glauben daran, dass Verbesserung und Weiterentwicklung als Grundlage eine gewisse Unzufriedenheit mit dem Jetzt-Zustand voraussetzen müssen, fragte ich mich, ob die klugen Köpfe der letzten Jahrhunderte die Welt, so wie sie war, wohl gemocht haben oder nicht. Hat das Streben nach einem Ideal nicht als Grundlage eine gewisse Unzufriedenheit mit dem bereits Bestehenden,- ob nun in den Naturwissenschaften, der Politik oder persönlichen, zwischenmenschlichen Beziehungen? Die Verbesserung von etwas, völlig egal was, setzt doch zumindest voraus, dass es einen besseren Zustand geben könnte – und das ist dann vielleicht auch der springende Punkt. Es heißt ja nicht: ich mag die Welt überhaupt nicht, es heißt: da gibt es noch einiges zu tun.

 

Mit einem Blick auf die Jahre nach dem Mauerfall, (damals sagte man: nach dem Ende des Kalten Krieges, eine Terminologie, die man mit einem Blick auf Russland in 2014 in dieser Form wohl in Zukunft nicht mehr nutzen sollte) - hatten wir schon lange nicht mehr so viele Brandherde parallel in der Welt wie derzeit. Ein Freund teilte mir die Tage mit, dass wir es zwar noch nicht wüssten, weil wir die Zukunft noch nicht in Retrospektive erzählen könnten, aber wir befänden uns seiner Meinung nach schon eine Weile im Vorspiel zum Dritten Weltkrieg. Er sei davon fest überzeugt. Übrigens ein Mensch, der die Welt nicht so mag, wie sie ist. Warten wir nun also auf einen Auslöser – den Franz Ferdinand des 21. Jahrhunderts? Was wird unsere Jahrhundertkatastrophe? Eine Seuche, ein Atomkrieg, eine Naturkatastrophe? Müssen wir es noch miterleben oder sind wir nur diejenigen, die sich ausmalen, was passieren könnte? Wer wird in der Zukunft die Regeln machen? Werden sich unsere Werte radikal verändern? Werden wir zueinander finden – gemäß einer Grenzöffnung – oder uns immer weiter voneinander abkapseln, neue Feindbilder finden oder alte wieder auferstehen lassen? Wir stehen am Beginn des 21. Jahrhunderts und unsere Zukunft ist wie das Feld auf einem Rubbellos: Wir wissen nicht, was sich dahinter befinden wird. Wir hoffen auf einen Gewinn, aber die Wahrscheinlichkeit einer Niete ist größer. Wie sind also unsere Aussichten? Und was ist in der Vergangenheit passiert, was geschieht in der Gegenwart – was beeinflusst unsere Gesellschaft, die Kulturen der Welt, vom kleinen Mann bis hin zu den mächtigen Herrschern?

 

In der zweiten Ausgabe des Transnational geben 37 Autoren aus Deutschland, Österreich, Großbritannien, Portugal, den USA, Costa Rica, Kenia und Kanada subjektive Auskunft über das Erleben ihrer Gegenwart – es sind kritische Blicke, Spekulationen über unsere Wirklichkeit, fiktive und reale politische Visionen, aber vor allem unterschiedliche Stimmen, von Moll bis Dur. Was sie eint, ist nicht die Komplexität ihrer Gedanken, sondern ihr Versuch der Gegenwart eine Stimme zu geben, sie zu reflektieren, zu kritisieren, zu veralbern oder sie einfach nur zu verstehen. In den modernen, westlichen Wissenschaften wird davon ausgegangen, dass Diplomatie die entwickelste Form der Problembehebung dieser Tage ist. Aber dem miteinander sprechen geht ein viel wesentlicherer Punkt voraus: die Beschäftigung mit der gegebenen Situation, die innere, subjektive Reflexion der Gegenwart – das Denken.

 

Denken scheint zu einem immer seltener vorkommenden Phänomen geworden zu sein in der modernen, informationsüberladenen Massengesell-schaft. Acht Stunden arbeiten, jede freie Minute vor dem Handy (texten, skypen, Infos sammeln, lesen) und dann noch alles, was so zum Überleben notwendig ist… reflektiertes Nachdenken ist anstrengend geworden, weil es sich so schlecht in den bereits überladenen Terminkalender einbauen lässt. Es gibt ja auch viele Menschen, die für uns Denken, uns Entscheidungen abnehmen, uns Meinungen vorgeben, und schlussendlich ist das Verfolgen einer schon vorhandenen Idee – die von einem Denker erschaffen worden ist – auch irgendwo leichter. Sie gibt uns eine Meinung, die wir unsere eigene schimpfen können – aber wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, haben wir diese nur übernommen, wir haben sie nicht selbst gehabt. Dies bringt mich an meinen Anfangspunkt zurück: der Auseinandersetzung mit der Welt. Ist es nicht evident, dass wenn zwanzig Menschen die Welt eben nicht so mögen, wie sie ist, und versuchen mit Änderungsvorschlägen aufzuwarten, eine Verbesserung unserer Welt gegenwärtiger erscheint, als wenn wir diese nur hinnehmen, akzeptieren oder uns der Kritik eines anderen Menschen anschließen?

 

Ich muss mir ständig dieses Szene vorstellen, in der eine Person auf einer riesigen Bühne steht, in deren Hintergrund hunderte kleine Fernsehbildschirme hängen, die parallel so Sachen zeigen wie: ISIS Kämpfer, die filmen, wie sie Menschen enthaupten, auf Kurden einprügelnde Salafisten, an Ebola erkrankte Menschen, die sich vor Krankenstationen übergeben, gegeneinander kämpfende Israelis und Palästinenser, zu Tode gefolterte Menschen in Nordkorea, vergewaltigte Mädchen in Indien usw. usw. – und dann steht diese Person da, stemmt die Arme in die Hüfte und sagt laut: Ich mag die Welt so, wie sie ist. Wie kann dieser Satz nicht ironisch sein?

 

Die Botschaft des Transnational ist so einfach wie sie schwer ist: Denkt! Bildet euch eine eigene Meinung. Hört euch an, wie andere Situationen erleben und ihre Gegenwart spiegeln und überlegt dann, wie ihr das seht, warum ihr das so seht und ob es in eurer Macht steht, Situationen zu verändern.

 

Überlegt euch, ob ihr die Welt so mögt, wie sie ist.

Viel Spaß mit der zweiten Ausgabe des Transnational,

 

Sarah Katharina Kayß

(Dezember 2014)

 

 

 

 

 

The Transnational Vol. 1

 

Lieber Leser, liebe Autoren,

 

Im Frühjahr hat PostPoetry Menschen aus der ganzen Welt dazu aufgerufen kreativ zu werden und uns mitzuteilen, was sie sagen würden, wenn sie in 20 Sekunden eine Nachricht an die gesamte Weltbevölkerung richten könnten. In Zeiten der Globalisierung, der kontinuierlichen Auflösung nationaler Grenzen, der Zunahme transnationaler Studiengänge, dem Ausbau von transnationalen Informationssystemen und Organisationen,  dachte ich, es wäre eine großartige Möglichkeit, die Chance zu bekommen, (sich vorzustellen) zu allen Menschen auf dieser Welt sprechen zu können. Sich mitzuteilen. Etwas Wichtiges los zu werden. Vielleicht auch etwas Lustiges. Etwas Ernstes. Oder sich einfach nur selbst vorzustellen. Irgendwas (Kreatives). Wir haben fast hundert Antworten erhalten. Darunter nicht eine einzige die ich in die erste Ausgabe des Transnational hätte mit aufnehmen wollen.

 

Der überwiegende Teil der Autoren versuchte die Möglichkeit zu nutzen heimatlose Gedichte an den Mann zu bringen, die mit dem Thema aber unschlüssiger Weise nicht einmal etwas zu tun hatten.

Ein großer Teil gab an 20 Sekunden lang zu schweigen. Gar nichts zu sagen. Damit hatte ich nicht gerechnet, schließlich wächst unsere Welt doch zunehmend zusammen: wir werden global(er), jetten um den gesamten Erdball und vernetzen uns über die nationalen Grenzen hinaus nicht nur sozial, sondern auch wirtschaftlich und nicht zuletzt kulturell. Nimmt man die eingereichten Antworten nun alle zusammen, scheint es allerdings so, als hätten wir einander nicht viel zu sagen. Oder zumindest nichts Wichtiges. Macht ein Zusammenwachsen der Erdbevölkerung dann überhaupt Sinn?

 

Seitdem ich in London, in der wohl multikulturellsten Metropole Europas lebe, fällt mir immer wieder auf, wie die Menschen einzelner Nationalitäten  einander suchen, sich finden und dann (soziale) Gruppen und Netzwerke erschaffen, die alles andere als multikulturell sind. Seltsam ist es - gerade hier, wo sie alle beisammen sind, vom Kanadier zum Chilenen, vom Norweger zum Südafrikaner und vom Australier zum Russen. Hier, wo die Menschen zeigen könnten, dass eine multikulturelle Gesellschaft wirklich funktionieren kann. Aber die meisten tun es nicht. Nicht nur ganze Stadtteile formen sich im Rahmen homogener Nationalitäten,- auch das Berufs- und Universitätsleben ist geprägt durch Interessensgruppen, die sich ganz gerne an Rasse, Religion oder Nationalität orientieren. Warum ist das so? Wollen wir einander nicht kennen lernen?

 

Hilary Swank sagte einmal „Ich bete für den Tag, an dem wir nicht nur unsere Unterschiede akzeptieren, sondern unsere Verschiedenheit zelebrieren können.“ Wie sollen wir das tun, wenn es an unserer Kommunikation schon scheitert? Und, um auf den ersten Punkt zurück-zukommen, vielleicht haben wir uns ja nichts zu sagen. Aber warum schweigen wir? Weil es uns zu anstrengend ist? Weil uns Unbekanntes unheimlich ist? Warum? Keine der Antworten konnte diese Frage für mich beantworten. Nicht eine einzige.

 

Spannender Weise haben einige der Europäer ihre Antwort mehrsprachig eingesandt, während die US-Amerikanischen Einsendungen alle auf Englisch ankamen. Was bedeutet das? Dass sich die Europäer Gedanken gemacht haben, dass man sie in ihrer Muttersprache nicht weltweit verstehen kann? Und wenn ja, warum denken die Amerikaner dann, dass man Englisch überall versteht? Verstehen wir einander – und wollen wir dies überhaupt? Das ist eine Frage, die wir uns vielleicht zwangsläufig stellen müssen: Sind uns die ganzen transnationalen Strömungen im 21. Jahrhundert unheimlich oder müssen wir uns an Grenzöffnungen zunächst gewöhnen? Und wenn ja, wollen wir uns überhaupt daran gewöhnen?

 

Der Transnational ist ein Heft, das vor allem kulturell unterschiedlich geprägte Lyrik mit einem politischen oder sozialkritischen Fokus über die nationalen Grenzen hinaus ins Zentrum stellen wird. Der Fokus ist daher global – kulturübergreifend. Aber geht das überhaupt? Sind wir im Inbegriff dessen, unsere Grenzen zu öffnen, uns einander näher zu kommen und dann schlussendlich doch da zu stehen und nichts zu sagen zu haben: Eben NICHTS – „nichts“ war die häufigste Antwort auf unsere Frage … Haben wir uns wirklich nichts zu sagen?

 

Die Globalisierung ist nicht im Anmarsch: Sie steht bereits vor der Tür … und was machen wir in dem Moment, wenn wir länger als 20 Sekunden miteinander sprechen müssen? 

 

Viel Spaß mit der Erstausgabe des Transnational,

 

Sarah Katharina Kayß

Herausgeberin

 

 

The Transnational Vol. 3

Editor’s Note

translated by Steven Jefferson

 

 

It's not so long ago that the people on this planet lived their lives without being connected via computer networks. Since the creation and development of a network of autonomous systems in the form of the Internet, humanity has changed faster and more radically than ever before in the course of history. We know things today that our parent's generation never even dared dream of. We live in hash-tag Twitter societies in which people not only transmit information in mere seconds, but can also disseminate it around the world. I often catch myself thinking back nostalgically to the days when people still wrote more letters than emails and simply drove over to see their friends rather than texting them. Every innovation relating to the further expansion of high-tech' social media seems to be accompanied by the increasing scorification of the human collective, which goes hand-in-hand with the rape of the private sphere to which we give our willing consent.

 

According to German Sociologist Harald Welzer, our modern societies are not only heading towards a new totalitarianism, but are also in the throes of an, as yet peaceful, revolution in the prevailing form of rule in which social platforms and corporations, such as Google and Co., are gradually assuming power. As a student of totalitarianism, Welzer knows that, in order to be better able to control people in the longer term, the first things to be dispensed with under any dictatorship are the private sphere along with all things secret and hidden. Google and their ilk have already been working towards this abolition privacy for many years, and already control not just the mountains of data within the Internet but also, with our acquiescence, our private lives. We empower them to create new standards and values – to dictate to us what is normal and appropriate, what is cool or uncool, what is beautiful and what is ugly – what is desirable and what is not.

 

Yet, over the past few weeks and months I have had to relativise the way I view this new digital world to some extent. For it strikes me that, as dangerous as it may be on the one hand, the retention of online data counteracts a radically different development – the destruction not only of data, but also of our collective memory – the erasure of the historical record. The upshot is that burning books no longer poses the same threat to today's self-proclaimed advanced civilisations as it once did.

 

During the past month I've relocated to Potsdam, a beautiful town with more UNESCO World Heritage Sites than you can shake a stick at, which somehow manages to seamlessly connect the eighteenth and twenty-first centuries. Just how well it does so becomes obvious when one takes a leisurely bike ride passed the Sanssouci Palace gardens every morning whilst simultaneously keeping abreast of how ISIS is systematically annihilating the common heritage of humanity in other, but not too distant, parts of the world. Yet, the very fact that such a heinous act of cultural vandalism inevitably leaves a trace in the digital world ensures the ultimate survival of, at least, images of the sites in question, even if the physical remains are reduced to dust and rubble. As long as mankind is able to read the digital record, nothing it contains can be lost forever. I love the idea that The Transnational – and your contributions to it ­– will always have a niche of their own within this nebulous universe of computers, servers, external drives, and social media: we shall persist – and you shall persist. Our words will remain. Much like some antibody, they are immune to destruction by outside forces because The Transnational is swimming through the vast ocean of data that is the Internet in the form of an e-book.

 

Some carry it around as a file on a memory stick. Others stow it away on some digital bookshelf. Either way it is safe from jackhammers and wrecking balls. And even if the hacker community should ever turn its destructive gaze on literature, somebody somewhere will always have a pristine copy of The Transnational on some form of removable media, just waiting to be rediscovered. The words of contributors to The Transnational will survive – immune to book burnings; impervious to ISIS. They are chiselled into the very fabric of the Internet and will continue their 'careers' for as long as anyone cares to read them, listen to them, share them or comment on them. So literature, one of man's earliest achievements, has found a way to survive. Modernity itself furnishes it with the means to do so, but it is you, the contributors, who give it life.

 

In this edition, 25 authors come together to comment on life, to allow us a glimpse into their various mind sets, and to draw our attention to the things that move them as individuals and which may, or perhaps ought to, move others. Thus, they gift to us a piece of eternity. We may agree or disagree with these utterances. We may formulate our own thoughts on the issues in question or we may expand upon existing ideas – we can do all of that, but no one can destroy them. They cannot be eradicated. We are in the process of creating our own cultural heritage in words, sentences, and opinions.

 

My heartfelt thanks to all contributors. 

All the best to you all from Potsdam.

 

Sarah Katharina Kayß

Editor in-chief, The Transnational

 

 

 

 

 

The Transnationsl Vol. 2

Editor’s Note

Translated by Laura Marwood

 

 

'I like the world just as it is' is the name of my poetry volume, which was published in Munich this year. Who likes the world just as it is, I asked myself back then, and realised that the irony of this sentence could easily form the content of a book concentrating on critical literature. Yet my perception of this statement as ironic one proved to be a false assumption. Following discussions about this notion with close friends and acquaintances, I was struck by the ambiguity of the title. There would inevitably be people who like the world just as it is. Selecting a contrastive cover image eventually resolved this problem, but the debates surrounding the apparently problematic title had nevertheless got me thinking. Who likes the world just as it is? In the belief that improvement and further development presuppose a certain dissatisfaction with the present situation, I came to ask myself if the shrewd minds of previous centuries had liked the world as it was back then. Does the very act of striving for an ideal not concurrently imply a fundamental dissatisfaction with the current state of affairs, be it in natural sciences, politics or interpersonal relationships? The enhancement of something, regardless of what it is, assumes that there could be a better condition – perhaps this was the springboard. It doesn’t mean that I don’t like the world, but rather, that there are still things to be done.

 

The years after the fall of the Wall in mind, (or as was said at the time ‘at the end of the Cold War’, yet considering Russia’s behaviour in 2014 this terminology should probably not be used in this way in the future), the world has not seen so many parallel points of conflict until this day. As a friend said to me recently, even though we cannot know it yet, since we cannot explain the future in retrospect, we are already living in the run up towards WWIII. Incidentally, someone who does not like the world as it is. Are we now awaiting the trigger – a 21st century Franz Ferdinand? What will be the catastrophe of our generation? An epidemic, an atomic war, a natural disaster? Is this something we will live through or are we just the ones who do imagine what could happen? Who will create the rules in the future? Are we going to radically alter our values? Will we find to each other through an opening of borders or will we cut each other off? Will we find new enemy stereotypes or reawaken old ones? We stand at the beginning of the twenty-first century and our future resembles a lottery scratch card; we cannot say what awaits us. We pray for a win, even though a loss is more likely. How do our prospects look? What has happened in the past, and what is taking place in the present? What influences our society, world cultures, from the humble man to the mighty leaders?

 

In the second edition of The Transnational, thirty seven authors from Germany, Austria, Great Britain, Portugal, the USA, Costa Rica, Kenia and Canada invite us to share the experiences of their present – a series of critical reflections, speculations about our reality, fictive and real political vision, and, most crucially, an array of different voices, oscillating from minor to major. What unites them is not the complexity of their thoughts, but their mission to give a voice to today’s world; to reflect, to critique, to stultify, or perhaps to simply understand. In the world of contemporary western science it is supposed that diplomacy is the most developed form of problem solving of modern times. But what precedes the process of discussion is something of pronounced significance – engagement with the given situation, the inner, subjective reflexion of the present – the act of thinking.

 

Thinking seems to have become an increasingly rare phenomenon in the modern day information-fuelled mass society. Eight hours of work, with every spare minute spent checking one’s phone (texting, Skyping, searching for information, reading), and anything else that has become imperative to man’s existence… Reflective contemplation has become a demanding task, since it doesn’t easily fit into the individual’s already overflowing schedule. There are also many people who think for us, who relieve us of decisions, who predetermine our thoughts. Ultimately, the adaption of a pre-existing idea that was already created by a thinker becomes easier. But if we’re honest with ourselves, we accept that these are borrowed ideas, things that we have not created ourselves. This leads me back to my opening assertion regarding the individual’s engagement with the world. Does it not seem evident that if twenty people reflect on how they do not like the world as it is, and subsequently try to offer suggestions for change, an improved world could become an actuality, compared to if we simply tolerate or accept it as it is, or fall into line with others’ criticisms?

 

I constantly picture a scene where a person is standing on a stage in front of hundreds of small television screens depicting images like ISIS rebels filming themselves beheading people, Salafists raising their hands at Kurds, Ebola-stricken individuals vomiting in front of hospitals, warfare between Israelis and Palestinians, prisoners in North Korea who have been tortured to death, young rape victims in India, the list goes on. And yet that person stands there, hands on hips, saying ‘I like the world just as it is.’ How can this sentence not be intended ironically?     

 

The Transnational’s message is as straightforward as it is complex – Think! Form your own opinion. Listen to how others experience situations, how it reflects their present and then consider what it is like for them, and why, and whether you possess the ability to change situations for the better.

 

Ask yourselves if you like the world just as it is.

Enjoy the second edition of The Transnational,

 

Sarah Katharina Kayß

(October 2014)

 

 

 

The Transnational Vol. 1

 

translated by Ariane Enkelmann

 

Dear readers and contributors,

 

 

Earlier this year, PostPoetry asked people all over the world to get creative and let us know what they would say if they had 20 seconds to address the entire world population. In these times of globalisation, continual dissolution of national boundaries, proliferation of transnational degree programmes and the expansion of international information systems and organisations, I thought it would be a great opportunity to imagine speaking to every person on the planet. To express yourself. To get something important off your chest. To say something funny, perhaps, or something serious. Or to say something creative. Or maybe just to introduce yourself. Anything (creative) really. We received nearly a hundred responses. Out of all of these, there wasn’t a single one I actually wanted to print.

Most people tried to use the opportunity to submit their unpublished poems that, for some bizarre reason, didn’t even have anything to do with the question.

A lot of people said they would remain silent for 20 seconds. Without saying a single word. That was something I hadn’t expected, since our world is growing increasingly closer: we’re becoming (more) global, flying all over the world, creating links across national borders, in social, economic and cultural terms. But when I looked at all the answers submitted, it seemed as though we didn’t have much to say to each other after all. Or at least nothing of importance. If that’s the case, does it make sense for the world population to continue to grow closer together?

 

Ever since I started living in London, one of the most multicultural cities in Europe, I’ve noticed how people of different nationalities look for each other, find each other and then create (social) groups and networks which are anything but multicultural. It’s strange – especially here, where we’re all gathered together, from Canadians to Chileans, Norwegians to South Africans and Australians to Russians. This is a place where people have the opportunity to show that a multicultural society really can work. But most people don’t. It’s not just whole neighbourhoods that are formed on the basis of homogenous nationalities – universities and workplaces are defined by interest groups who align themselves in terms of ethnic origin, religion or nationality. Why? Do we just not want to get to know each other?

 

Hilary Swank once said, “I pray for the day when we not only accept our differences but we actually celebrate our diversity.” How can we do that if we fail to communicate with each other? Going back to my earlier point, maybe we don’t actually have anything to say to each other. But why do we remain silent? Because it’s difficult? Because we’re wary of what we don’t know? Why? None of the responses we received could answer that question for me. Not a single one.

 

Interestingly, some of the Europeans sent their responses in different languages, whereas the American submissions were all in English. What does that mean? That Europeans have thought about the fact that people all over the world might not understand their mother tongue? And if so, why do Americans think that people all over the world understand English? Do we understand each other at all – and do we want to? This is a question which we must perhaps ask ourselves: are we scared by the transnational trends of the 21st century or do we need more time to get used to barriers being opened? And if so, do we even want to get used to this?

 

The Transnational is a magazine which puts culturally diverse poetry into the limelight, focussing on political or socio-critical poetry that transcends national borders. So our remit is global – extending across cultures. But is that even possible? Are we about to open our borders and grow closer only to stand opposite each other in the end and have nothing to say: absolutely NOTHING – nothing was the most common response to our question. Do we really have nothing to say to each other?

 

Globalisation is not something that’s about to happen: it’s something that’s happening right now … so what are we going to do when we’re forced to talk to each other for longer than 20 seconds?

 

Enjoy the first edition of the Transnational, 

 

Sarah Katharina Kayß

Editor-in-chief